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Willkommen beim Ilona Hupe Verlag

Der Spezialist für Afrika und Oman

Projektvorstellung: Painted Dog Conservation Project

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Bild oben: Im Visitor Centre des Painted Dog Projects nahe dem Haupteingang in den Hwange Nationalpark.

Hwange Nationalpark, Zimbabwe. Im Oktober 1998 lernen wir an einem abendlichen Lagerfeuer den Biologen Dr. Gregory Rasmussen kennen,
der sich damals bereits seit rund zehn Jahren dem Schutz der Afrikanischen Wildhunde verschrieben hatte.

Diese Begegnung prägt sich ein, denn Greg ist voller Leidenschaft für seine Schützlinge. Als Biologe war er Ende der 1980er Jahre im Hwange Nationalpark tätig, als er dort das Drama um die Afrikanischen Wildhunde miterlebte. Lange Zeit wähnte er sich allein auf weiter Flur, denn in den
1980er und 1990er Jahren galten die scheuen Rudeltiere weithin als lästige Räuber mit hässlichem Jagdverhalten (Wildhunde zerreißen ihre Beute
ohne Tötungsbiss). Für Elefanten, Nashörner und viele andere Säugetiere fanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits Helfer und Spender in der
ganzen Welt, doch kaum jemand kannte überhaupt die Afrikanischen Wildhunde, geschweige denn interessierte sich für Ihren stark bedrohten
Bestand und ihr kaum erforschtes Sozialverhalten.
So zählte zu seinen ersten und wichtigsten Aufgaben, das Image der Painted Dogs gerade zu rücken und die Welt erst einmal auf diese Tiere
aufmerksam zu machen. Und das tat er, unermüdlich und zäh.

1992 rief Greg Rasmussen die Painted Dog Conservation ins Leben und seither wurde der Kreis seiner Mitstreiter und Förderer immer größer.
Weil 95 % der Tiere durch den Menschen starben (durch Erschießen, in Drahtschlingen verendet oder auf der Straße überfahren), sammelten sie
bis heute mehr als 12000 Drahtschlingen ein, ließen an den vielbefahrenen Teerstraßen rund um dem Park Verkehrsschilder aufstellen und
gingen mit einem Aufklärungsprogramm für die Farmer in die Offensive. Ein harter und steiniger Weg, doch langer Tropfen höhlt den Stein.
Nach wie vor werden die Tierschützer immer wieder Zeugen brutaler Übergriffe auf ihre Schützlinge und müssen Rückschläge verkraften,
aber zeitgleich gelingen auch Rettungs- und Auswilderungsversuche. Wer hier mitarbeitet, braucht viel Ausdauer und starke Nerven.

Heute arbeiten knapp 60 Mitarbeiter beim Projekt; im Visitor Centre, beim Rehabilitationszentrum, im Kindercamp oder bei den Anti-Paching-Units.
Die Projektarbeit steht auf drei Beinen:
Forschung (dringend nötig, um die Tiere und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen), Schutz (die drohende
Gefahr der Ausrottung ist nicht gebannt) und
Aufklärung (nur Aufklärung und Bildung werden die Tiere dauerhaft retten können).
Aus diesem Grund besuchen alljährlich rund 1000 Schulkinder das projekteigene Bush Camp.

Für die Zukunft wünscht sich das Projekt vor allem eine eigene Tierklinik zur Notversorgung verletzter Wildhunde. Bisher müssen die Helfer
betäubte Tiere immer noch ins 300 km entfernte Bulawayo fahren und verlieren dabei viel Zeit.
Es lässt sich heute kaum ermessen, wie stark Gregs Anteil daran ist, dass die Tiere endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die sie dringend
benötigen. Denn für die Afrikanischen Wildhunde steht es weiterhin kurz vor Zwölf.

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Bilder oben: Im Visitor Centre führt Maria die Besucher durch die Lebensgeschichte eines ihrer Schützlinge; Eyespot.

Besucher gelangen zunächst ins Visitor Centre, das einem Museum ähnelt. Hier erzählt Maria mit Charme und lebhaftem Engagement von den
zahlreichen Bedrohungen für die verbliebenen Wildhunde rund um den Hwange Nationalpark. Anschaulich wird dies anhand der traurigen,
wahren Lebensgeschichte von Eyespot, einem ihrer betreuten Painted Dogs, die im Besucherzentrum nachgestellt wird.

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Bilder oben: Afrikanische Wildhunde pflegen ein extrem enges Sozialleben und sind als Individualisten kaum überlebensfähig. Greg Rasmussen und sein Team sind in diesen Landrovern oft wochenlang im Busch unterwegs und tracken die Tiere.

Im Hwange Nationalpark waren schätzungsweise 300-400 Painted Dogs heimisch; bis heute sind weniger als ein Drittel verblieben.
Es reicht leider nicht, wenigen Tieren das Überleben zu sichern, denn entscheidend für ihre Zukunft wird sein, ob noch ausreichend Vermischung
zwischen den Rudeln möglich ist. Es droht die Gefahr von Inzucht, weil die verbliebenen Rudel isoliert sind und immer weniger Kontakte
untereinander haben, um den Genpool aufzufrischen. Mit großer Sorge beobachtet das Team die Gefahr von Inzucht und versucht seit Jahren,
gezielt Tiere bzw. Rudel in anderen Wildregionen anzusiedeln. Weil es aber immer weniger Lebensraum für Wildtiere mit einem großen
Aktionsraum gibt, wird das immer schwieriger. So gilt der Afrikanische Wildhund weiterhin als stark gefährdete Art, und die drohende
vollständige Ausrottung ist bisher noch keinesfalls abgewendet. 

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Bilder oben: Verletzte Tiere müssen versorgt werden. Dieses Funkhalsband trug Eyespot. Maria demonstriert, wie die Wilderer mit ihren Schlingen Wildtiere töten.

Funkhalsbänder sind die größten Helfer für die Forscher und Tierschützer, aber sie sind auch sehr kostspielig. So kostet ein Funkhalsband
etwa 450 US$, ein modernes Satelliten-gesteuertes Halsband gar 3500 US$. Nur wenigen Wildhunden können die Forscher daher ein solches
Halsband anlegen. 

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Bilder oben: Ein paar Hundert Meter weiter gelangt man über hölzerne Stege ins Rehabilitationszentrum, wo verletzte und kranke Painted Dogs versorgt werden, ehe sie wieder in die Freiheit
entlassen werden. Mehr als 30 Wildhunde konnten so bereits gerettet werden.

Wissenswertes über Painted Dogs
Afrikanische Wildhunde waren bis vor rund Hundert Jahren zahlreich in Afrika. Eine halbe Million Tiere streifte durch ein Gebiet, das sich über
39 Länder des Kontinents erstreckt. Heute ist die Verbreitung nahezu vollständig auf das östliche und südliche Afrika beschränkt. Die letzten rund
3000 Painted Dogs auf unserem Planeten fristen ein bedrohtes, verstreutes Dasein in Tansania, Kenia, Sambia, Botswana, Namibia, Zimbabwe
und Südafrika.

Painted Dogs haben ein durchschnittliches Gewicht von 24-28 Kg und eine Lebensdauer von sechs bis sieben, selten bis zu zehn Jahren.
Sie bilden Rudel von acht bis zwanzig Tieren, in denen stets nur das dominante Paar, ein Apha-Rüde und ein Alpha-Weibchen, Nachwuchs zeugen.
Nach 70 Tagen Tragezeit wirft das Alpha-Weibchen durchschnittlich sechs bis zehn Junge, die nur von ihr gesäugt, aber vom ganzen Rudel
gemeinsam aufgezogen werden. Wildhunde jagen stets in Gemeinschaft und sind damit fast unschlagbar erfolgreich. Obwohl sie meistens
kleinere Beutetiere bevorzugen, gelingt ihnen sogar die Jagd auf größere Antilopen, wie z. B. Kudus. Sie erreichen bei der Hetzjagd Spitzen-
geschwindigkeiten von 65 km/h und vermögen bis zu 5 km lange Distanzen mit 45 km/h durchzuhalten. Ihr Jagderfolg ist deutlich größer als der
anderer Carnivoren, wie Löwen, Leo- und Geparden.

Allerdings brauchen und durchstreifen sie ein riesiges Jagdrevier von bis zu 500 km² Ausdehnung, und genau das macht sie so verwundbar.
Denn sie geraten auf diese Weise immer wieder in Konflikt mit Ansiedlungen, modernen Verkehrswegen und Farmern mit Nutztieren.
Als äußerst soziale Familientiere pflegen sie innerhalb des Rudels eine in der Natur eher seltene altrusitische Haltung: Kranke Rudelmitglieder
und Jungtiere erhalten stets bevorzugten Zugang zu frischem Futter. So würgen die Rudelmitglieder frisch verschlungenes Fleisch hervor,
um Welpen und verletzte Tiere zu füttern.

Interessant ist außerdem, dass Wildhunde ihr Revier nicht markieren. Sie haben kein fest umgrenztes Revier, sondern ziehen - außer bei der Nachwuchsaufzucht - stets umher.

Zur Info: Über den richtigen Namen
Der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus) wird auf Deutsch manchmal auch Hyänenhund genannt, weil er ihr äußerlich ein wenig ähnelt
(es besteht aber keine Verwandschaft). Auf Englisch sind die Namen “Painted Dog”, “African Wild Dog” und “African Hunting Dog” verbreitet,
wobei Greg Rasmussen um den Gebrauch des Namens “Painted Dog” kämpft, weil die anderen Bezeichnungen negativ behaftet sind.  


Möchten Sie das Painted Dog Conservation Project besuchen?
Touristen sind herzlich willkommen, das Visitor Centre und die Rehabilitationsstätte für verletzte und kranke Painted Dogs zu besuchen.
Das Zentrum liegt schräg gegenüber der Hwange NP-Airport-Zufahrt an der Teerstraße zum Hauptzugang in den Hwange Nationalpark.
Das Visitor Centre ist täglich von 8-18 Uhr geöffnet, die Rehab-Station von 9-15:30 Uhr.
Es wird kein Eintritt verlangt, aber um eine Spende gebeten.

Kontakt: Painted Dog Conservation Project
P.O.Box 72, Dete, Zimbabwe.
Telephone : +263-18-710
Email: info@painteddog.org
www.painteddog.org

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.painteddog.org
Hier kann man sich auch für den sehr interessante Newsletter anmelden.

Sicher Online Spenden, z. B. per Kreditkarte, ermöglicht die Website
https://donatenow.networkforgood.org/wildnet. Dort sind zahlreiche
Wildlife-Projekte als Empfänger gelistet und man kann das Painted Dog Projekt in Zimbabwe auswählen, so dass die Spende dorthin fließt.

Bitte unterstützen auch Sie Dr. Greg Rasmussen und sein Team. Wir alle tragen Verantwortung. Und die Welt wird jeden Tag ärmer, an dem
wir weitere Arten für immer verlieren. Helfen Sie mit, dass die Afrikanischen Wildhunde ihren Platz in der Wildnis behalten.

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Bild oben: Wachsamer Blick voller Neugier. Painted Dogs sind absolute Familientiere und überleben nur in enger sozialer Gemeinschaft.

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Direkt weiter zu den anderen Förderprojekten:
Chimfunshi Wildlife Orphanage, Chipembele Wildlife Education Trust
und
Wildlife Action Group/Thuma Reserve Malawi

 

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